Ein Western, der nicht werden wollte: Von John Wayne zu Harrison Ford
Ein über sieben Jahre geplanter Western, der John Wayne durch Harrison Ford ersetzt, enttäuschte an den Kinokassen. Eine Analyse des gescheiterten Projekts.
Es gehört zu den weniger erfreulichen Kapiteln der Filmgeschichte, wenn ein einst vielversprechendes Projekt die Zuschauer nicht überzeugen kann. In diesem Fall handelt es sich um einen Western, der die Ikone John Wayne durch Harrison Ford ersetzte. Nach sieben Jahren Entwicklung sorgte der Film nicht nur für Enttäuschung bei den Produzenten, sondern floppten auch an den Kinokassen auf ganzer Linie.
Die Entscheidung, Wayne durch Ford zu ersetzen, zeigt bereits, dass der Film in den tiefen Gewässern eines Identitätskrisen-Konstrukts schwamm. Man könnte annehmen, dass die Neubesetzung einen frischen Wind bringen sollte, doch in der Westenerosion der letzten Jahrzehnte war es weniger ein frischer Wind als ein kaum spürbarer Lufthauch. Ford, ein talentierter, wenn auch ganz anderer Schauspieler, schien einfach nicht in die Stiefel eines Mannes passen zu wollen, der die amerikanische Leinwand so lange geprägt hat.
Die Zuschauer sind oft nostalgisch, und Wayne war nicht nur ein Zeichen für eine Ära, sondern auch ein Symbol für die Werte, die Western ausmachten – Tapferkeit, Ehre und eine gewisse, fast schon groteske Männlichkeit. Da kann man sich nur fragen, was die Verantwortlichen sich dabei gedacht haben. Eine Art kulturelle Entleihung, könnte man sagen – als wäre Ford in den alten Cowboy-Hut gezwängt worden, ohne dass man sich der Konsequenzen bewusst war.
Die langen Entwicklungstage sind oft ein Indikator für Probleme. Ein Projekt, das jahrelang in der Vorproduktion stecken bleibt, zeugt meist von kreativen Differenzen, finanziellen Hürden oder völligem Unvermögen, das Drehbuch in eine überzeugende Form zu gießen. In diesem Fall war das Drehbuch ein wahres Mysterium – durchgesickert sind verschiedene Versionen, die ebenso viel versprechen konnten, wie sie letztendlich enttäuschten.
Die Kinobesucher, die nach einem authentischen Western suchten, fanden sich in einer Art schaumiger Inszenierung wieder. Weder Fisch noch Fleisch, das Ergebnis war nicht mehr als ein blasser Abklatsch der Werke, die Wayne einst zum Leben erweckte. Die Kassen blieben hinter den Erwartungen zurück, und die Kritiken hoben oft nur die wenigen positiven Aspekte hervor, während der Rest in Vergessenheit geriet.
Und so bleibt der Flop ein abschreckendes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, den richtigen Ton zu treffen. In einer Welt, die vielleicht bereit ist für die Neuinterpretation klassischer Genres, muss der richtige Schauspieler zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ford hat in vielen anderen Filmen brilliert, doch hier schien die Chemie nicht zu stimmen.
Könnte es also auch sein, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis das Publikum den alten Zauber der Western verlor? In einer Ära der digitalen Blockbuster und der ständigen Wiederbelebung von Franchise-Charakteren scheint es, als ob der echte Western seinen letzten Atemzug gemacht hat – und dieser Film war gerade der Nachruf.
Inzwischen laufen andere Projekte, die versprechen, das Erbe der großen Western wiederzubeleben, doch die Fragen bleiben: Was macht einen Western wirklich aus? Ist es der Plot, die Charaktere oder die schiere Größe der Landschaft? Ein Flop wie dieser könnte als Anlass für eine umfassende Diskussion dienen. Ein Dialog darüber, wie und ob die Legenden von einst noch Platz im modernen Kino finden können. Der Western hat seine Wurzeln in der Geschichte Amerikas, und obwohl diese Wurzeln etwas abgestorben sein mögen, ist es durchaus vorstellbar, dass sie eines Tages wieder zum Blühen gebracht werden. Nur nicht mit der Kombination, die hier ausprobiert wurde.